In Zuschauerstatistik ist die SG auf Platz 1

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Copyright: www.derwesten.de, Lothar Linke, 25.10.17

Sportlich läuft’s bei der SG Serkenrode/Fretter. Ein Polster von vier Punkten hat sich zwischen dem Neuling der Fußball-Bezirksliga 4 und den Abstiegsplätzen gebildet . Doch gibt es eine Tabelle, in der die Mannschaft nicht eine Sekunde auf die letzten drei Ränge schielen muss.

Die Rede ist von der Zuschauerstatistik. Dort thront die SG Serkenrode/Fretter auf Platz 1. Heißer Meisterschafts-Kandidat gewissermaßen. Von ganz oben schaut die Truppe der Trainer Matthias Kremer und Christian Günther auf den Rest der Liga hinab.

1183 Zuschauer, im Schnitt 197 pro Spiel, begrüßte die SG aus dem Nordkreis Olpe zu ihren bisherigen sechs Heimauftritten. Mehr Zuspruch hatte kein anderer Verein der Bezirksliga 4.

Bestätigung für die SG

Zwar kommt der SV Brilon auf einen höheren Schnitt (210). Doch er hat ein Heimspiel weniger und muss folglich seine Gesamt-Zuschauerzahl von 1050, übrigens die zweithöchste der Liga, nur durch fünf teilen.

„Der Zuschauerzuspruch ist sensationell,“ freute sich Herbert Schmidt-Holthöfer, 1. Vorsitzendes SV Serkenrode. Für ihn ist das aber nicht nur der Lohn für ein sportlich sehr erfolgreiches Jahr. Sondern auch eine Bestätigung dafür, dass die SG aus Serkenrode und Fretter, wie er sagte, „angenommen wird.“ Marko Sasse, Vorsitzender des SV Fretter, ergänzt: „Und das nicht erst seit dieser Saison.“

Davon, das durch die Gründung einer Spielgemeinschaft Identifikation verloren geht, ist in Serkenrode und Fretter überhaupt nichts zu spüren. Im Gegenteil. „Das Publikum ist komplett durchgemischt. Serkenroder und Fretteraner, alt und jung,“ berichtete Marko Sasse, „wir sind froh, dass wir das gemacht haben.“ „Das“ – war die Gründung der SG vor drei Jahren.

Die zwei Gründervereine teilen sich die Heimspiele brüderlich, wenn das auch bei der ungeraden Zahl von Heimspielen nicht perfekt klappen kann. In der Hinrunde begrüßt die SG ihre Gastvereine in Serkenrode, in der Rückrunde dann am Giebelscheid in Fretter.

Am Samstag waren 150 Zuschauer Zeugen des 2:1-Sieges gegen den SSV Meschede. Es dürften insgesamt mehr gewesen sein, weil zuvor die SG-Reserve ihr Derby gegen RW Ostentrop/Schönholthausen II (3:0) bestritten hatte. „Von den Zuschauern und Spielern dürfte ein guter Teil da geblieben sein,“ schätzte Schmidt-Holthöfer. Hätte man die in die Statistik mit einfließen lassen, wäre die Zahl noch höher gewesen als 150.

Erinnerungen an alte Zeiten

Auffällig war, dass gerade gegen die Mescheder „Leute da waren, die wir gern öfter hier oben gesehen hätten,“ sagt Herbert Schmidt-Holthöfer. Für ihn und auch für Marko Sasse hat das zum Teil mit Nostalgie zu tun. Sasse: „Das erinnerte manchen an die großen, alten Duelle gegen Meschede in den späten 60er Jahren.“ Seinerzeit traf der SV Fretter auf den SSV Meschede – in der Landesliga. Ein wenig lebten am Samstag also Goldene Zeiten im Fußball-Frettertal auf.

Aber die heutigen Zeiten sind ja auch so schlecht nicht. „Wir mussten uns erstmal hier reinfinden,“ weiß Herbert Schmidt-Holthöfer. Die Mannschaft habe erfahren, dass „man jetzt ein paar Prozente mehr bringen“ müsse. Eine Beobachtung, die Sasse teilt: „Spiele, die wir in der letzten Saison 1:0, 2:0 gewonnen haben, gehen jetzt vielleicht mal knapp verloren.“ Aber: „So richtig an die Wand gespielt hat uns keine Mannschaft, sieht man von Langenholthausen und Marsberg ab,“ verweist Schmidt-Holthöfer auf zumeist enge Partien.

Und für das 0:3 in Arpe am 3. Spieltag existiert eine plausible Entschuldigung: Der Naturrasen. Bis dahin ein unbekanntes Geläuf für die Kremer-Jungs. Ähnlichen Reinfällen beugt die Mannschaft nun vor. Steht ein Gastspiel auf Naturrasen an – Oberschledorn, Marsberg, Meschede etwa verfügen über solche – wird das Schuhwerk angepasst. Schmidt-Holthöfer: „Statt Tausendfüßler werden Stollenschuhe angezogen. Leihweise haben sich die Spieler schon welche von älteren Spielern besorgt.“

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