Spiele vom 10.03.19

SV Herdringen : SG Serkenrode/Fretter – abgebr.

Vom Winde verweht…

Das Schlimmste vorneweg: Unser Spieler Tim Albers verletzte sich am Sonntag schwer und hat sich das vordere Kreuzband gerissen und der Außenmeniskus ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Für die kommende OP und den weiteren Genesungsverlauf wünschen wir Dir ALLES GUTE  Tim.

Man konnte sich schon eine Mütze aufsetzen am Sonntag in Herdringen.

Die äußeren Umstände sollten aber keinen überrascht haben, schließlich war das Wetter dementsprechend angekündigt worden. Dies schien dafür zu sorgen, dass die Herdringer bis auf 18 Ausnahmen komplett zu Hause blieben.

Die gut 30 Schlachtenbummler aus dem Frettertal sorgten somit gefühlt für ein Heimspiel.

Das Wetter war bei der Ankunft um 13:50 Uhr in Herdringen identisch mit den Verhältnissen, die um 16:30 Uhr herrschten. Hätte der Schiedsrichter um 14 Uhr gesagt: Sorry – die Angelegenheit ist mir zu windig! – hätte man zwar unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren können, jedoch wäre die Aufregung nicht im geringsten so groß gewesen wie am Sonntag nach dem Abbruch.

Was war geschehen?

Es spielte 74 Minuten lang nur eine Mannschaft. Wobei man das Wort „spielen“ schon kritisch hinterfragen muss in diesem Zusammenhang. Sagen wir es mal so: Die SG-Akteure kamen mit den schwierigen Windverhältnissen wesentlich besser zu Recht als der Gastgeber. Das sorgte bereits nach 5 Minuten für die 1:0 Führung, die Christian Günther nach Zuspiel von Pawel Gralla mit einer starken Einzelaktion besorgte. Im Gegenzug hatte die SG dann Glück, dass Herdringen mit einer der ganz wenigen Offensivaktionen keinen Foulelfmeter zugesprochen bekam.

In der 20. Minute setzte Philipp Schmidt-Holthöfer mit einem langen Ball Christian Günther in Szene, der seinen Gegenspieler aussteigen ließ und über rechts durchstartete. Seine Hereingabe drückte Jan Hüttemeister ins Netz.

Die Vorgaben waren somit nach 20 Minuten sehr gut umgesetzt. Und man verpasste bis zur Pause das Ergebnis auf 4 oder 5:0 zu setzen, da Jan Hüttemeister (38., 43.) und Pawel Gralla (40.) sehr gute Möglichkeiten liegen ließen.

Und bereits in der Pause redete der gegnerische Trainer minutenlang auf den jungen Schiedsrichter ein, dass das Spiel besser abgebrochen werden sollte. Schließlich wäre es ja windig. Die Zeit zu nutzen um seine Mannschaft auf die 2. Halbzeit einzustellen schien ihm da wohl weniger angebracht zu sein. In der 50. Minute fiel nach einem Eckball von Matthias Schmidt-Holthöfer das 3:0 per Eigentor. Somit war das Spiel entschieden und Herdringen stellte seine Offensive komplett ein. In dieser Phase verpasste es die SG durch beste Möglichkeiten den Gegner abzuschießen, was wohl auch nichts gebracht hätte. Denn in der 74. Minute knackte es außerhalb des Sportplatzgeländes und ein – nennen wir es Baum – knickte ab. Dies geschah wohlgemerkt außerhalb des Sportplatzgeländes und jeder der die Gegebenheiten vor Ort kennt weiß, dass der Platz sehr großräumig umzäunt ist. Sehr viel Platz für die 18 Herdringer Zuschauer. .. und die Gästefans natürlich.

Anstatt zu unterbrechen und bis zu 30 Minuten abzuwarten (was in diesem Fall normal wäre) wurde komplett abgebrochen, was sehr gut in die Argumentationskette des gegnerischen Trainers passte, der in der 2. Halbzeit nichts mehr zum Spiel zu sagen hatte sondern ausschließlich zum Wind und dem möglichen Abbruch. Soviel Fürsorge soll nicht unerwähnt bleiben.

So fehlten 16 Minuten zum klaren Auswärtserfolg, denn in den letzten 16 Minuten wäre sicher viel passiert, aber weder wäre Rhett Butler bei Scarlett O´Hara geblieben, noch wäre der Gastgeber zum Ausgleich gekommen. Das muss man auch ganz klar den gegnerischen Spielern anrechnen, denen das Auftreten des Übungsleiters schon peinlich war. Der Kapitän des SV kam jedenfalls in die SG-Kabine und sagte „SORRY“.

Es verbietet sich natürlich den jungen Schiri zu kritisieren, der am Ende die Verantwortung für das Spiel trägt.

Also Mund abputzen, denn so sind nun mal die Regeln – es geht nochmal für 90 Minuten nach Herdringen. Moment? Warum für 90 Minuten? Laut Regelwerk muss das Spiel komplett neu angesetzt werden. Wo da bei einem Spielstand von 0:3 nach 74 Minuten die Fairness bleibt sei mal dahingestellt. Es geht hier ja auch noch um sowas wie den Klassenerhalt. Hier sollte man sich auf Verbands-, Landes-, DFB-, UEFA-, oder von mir aus auch auf FIFA-Ebene mal 2-3 Gedanken zu machen. Bevor jetzt welche sagen für 16 Spielminuten nochmal nach Herdringen fahren lohnt sich ja auch nicht. Man könnte die übrige Zeiten ja dazu nutzen sich zum Beispiel das Schloss Herdringen anzuschauen oder den umgefallenen Baum zu häckseln.

Aber es nützt alles nichts. Das Spiel wird komplett wiederholt. Frei nach dem Motto: Die Punkte sind ja nicht weg – es hat sie nur kein anderer!

Tore:

0:1 Christian Günther (5.), 0:2 Jan Hüttemeister (20.), 0:3 Eigentor (50.)

Kader:

Marvin Spreemann, Tim Albers (15. Michael Hennes), Philipp Schmidt-Holthöfer, Pawel Gralla, Kevin Arens, Dennis Engelmann, Peter Bauerdick (50. Niklas Schmidt), Christian Günther, Jan Hüttemeister, Felix Schmidt-Holthöfer, Matthias Schmidt-Holthöfer, Robin Schmidt, Marcel Grajewski, Felix Thielmann

In Unterzahl nimmt unsere Zweite ein Punkt im Derby mit!

RW Ostentrop II 1:1 (1:1) SG Serkenrode/Fretter II

Im Vorfeld war ein Punkt sicherlich nicht die Zielvorgabe, aber da man eine Stunde in Unterzahl agierte muss man am Ende damit zufrieden sein. Zu zehnt ging man sogar kurz vor der Pause durch Andre Kathol in Führung (42.), doch RWO antwortete postwendend mit dem Ausgleich.

Tore:

0:1 Andre Kathol (42.), 1:1 Ralf Sasse (43.)

Rote Karte: Niklas Pieper (30. Beleidigung)